Anleitungen

Shelly 2PM Gen4 einrichten: Rollladen smart machen (mit Kalibrierung)

Christian Steiner 19. Juli 2026 ≈ 15 min Lesezeit

⚠️ Sicherheits- und Haftungshinweis (bitte ganz lesen)

Der Shelly 2PM wird an 230-Volt-Netzspannung eingebaut und steuert einen Motor mit beweglicher Mechanik. Arbeiten an der festen Elektroinstallation dürfen in Deutschland nur von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Schalte vor jedem Handgriff die passende Sicherung ab und prüfe mit einem Spannungsprüfer, dass die Leitung spannungsfrei ist. Besonders wichtig beim Rollladen: Die Endlagen des Motors müssen VOR dem Anschluss des Shelly korrekt eingestellt sein (mehr dazu unten). Diese Anleitung erklärt den Ablauf – sie ersetzt keine Fachkraft, und ich übernehme keine Haftung für Schäden.

Lesezeit: ca. 12 Minuten

Du willst deinen Rollladen endlich per App, Zeitplan oder Sprachbefehl fahren lassen – morgens automatisch hoch, abends runter, im Sommer die Mittagssonne aussperren? Genau dafür ist der Shelly 2PM gemacht, und in dieser Anleitung zeige ich dir, wie du den Shelly 2PM einrichten und sauber auf deinen Rollladen kalibrieren kannst. Der 2PM ist der dritte Teil meiner kleinen Shelly-Reihe – und der anspruchsvollste, weil hier ein Motor im Spiel ist.

Ich sage es gleich vorweg: Der reine Anschluss ist überschaubar, aber mit dem Endlagen-Check und der Kalibrierung solltest du realistisch eher 30 bis 45 Minuten einplanen. Es gibt außerdem zwei Stellen, an denen die meisten stolpern – die Endlagen des Motors und die Kalibrierung. Beide gehe ich hier in Ruhe durch, dazu die echten Fälle, die in Foren immer wieder auftauchen.

🔧 Meine Shelly-Reihe

  1. Shelly 1 Mini einrichten (nur schalten)
  2. Shelly 1PM Mini einrichten (schalten + messen)
  3. Shelly 2PM Gen4 einrichten – Rollladen smart machen (dieser Beitrag)
  4. Shelly Plug S MTR Gen3 einrichten (Matter-Steckdose)
  5. Shelly Dimmer Gen3 einrichten (dimmen mit & ohne N)

Shelly 2PM Gen4 schwarzes Unterputz-Relais mit Klemmen S1, S2, N, L, O1, O2
Shelly 2PM Gen4 – Foto: Shelly

Passt der Shelly 2PM zu deinem Vorhaben?

Kurzer Check vorab, damit du das richtige Gerät kaufst. Der 2PM ist ein Doppel-Relais mit Leistungsmessung: Er hat zwei geschaltete Ausgänge (O1 und O2) und zwei Schaltereingänge (S1 und S2). Damit kann er entweder einen Rollladen-/Jalousiemotor steuern (ein Ausgang fährt hoch, einer runter) oder zwei getrennte Lichter/Geräte schalten und messen.

Die Leistung: 10 A pro Kanal, 16 A in Summe (kurzzeitiger Spitzenwert 18 A). Für einen normalen Rollladenmotor ist das reichlich dimensioniert. Versorgt wird er mit 110–240 V~ oder alternativ 24 V DC.

❗ Merke – nicht fürs Garagentor

Der 2PM (Gen3 wie Gen4) hat keine potentialfreien (trockenen) Kontakte – also keine Schaltkontakte ohne eigene Netzspannung. Viele Garagentorantriebe brauchen aber genau so ein potentialfreies Niederspannungssignal. Für ein Garagentor ist der 2PM daher nicht geeignet; dafür nimmst du einen Shelly 1 Gen4. (Das ist einer der häufigsten Fehlkäufe.)

Und wie bei den anderen Shellys gilt: Der 2PM braucht einen Neutralleiter (N), den blauen Draht, in der Dose.

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Shelly 2PM einrichten: das brauchst du

Viel ist es nicht:

  • Einen Shelly 2PM Gen4 (Modell S4SW-002P16EU) – das Gerät, um das es hier geht
  • Einen kleinen Schlitz-Schraubendreher für die Schraubklemmen
  • Einen Spannungsprüfer (zweipolig)
  • Einen vorhandenen Neutralleiter (N) in der Schalterdose
  • Einen Rollladenmotor mit korrekt eingestellten Endlagen (siehe nächster Abschnitt)
  • Die kostenlose Shelly-App und ein 2,4-GHz-WLAN in Reichweite

🧰 Werkzeug-Tipp: womit du wirklich prüfst

Zum Feststellen der Spannungsfreiheit gehört ein zweipoliger Spannungsprüfer (VDE-geprüft nach DIN VDE 0682-401) – kein einfacher Phasenprüfer-Schraubendreher. Der einpolige „Lügenstift“ zeigt nur an, ob irgendwo eine Phase anliegt; er kann bei Restspannung oder schlechter Erdung täuschen und ist für die sichere Freischaltprüfung nach VDE nicht vorgesehen. Ein zweipoliger Prüfer misst direkt zwischen zwei Leitern und ist genau dafür gebaut.

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Zuerst die Endlagen des Motors einstellen – der wichtigste Sicherheitsschritt

Das ist der Punkt, den du auf keinen Fall überspringen darfst. Ein Rollladenmotor hat Endlagen (auch Endschalter genannt) – das sind die zwei Punkte, an denen der Motor oben und unten automatisch stoppt, damit er den Panzer nicht überdreht oder gegen den Anschlag fährt. Diese Endlagen sind eine Eigenschaft des Motors, nicht des Shelly.

Offizielle Shelly-Vorgabe: Die mechanischen bzw. elektronischen Endschalter des Motors müssen korrekt eingestellt sein, BEVOR du den Shelly anschließt. Der Shelly steuert nur, wann der Motor Strom auf „hoch“ oder „runter“ bekommt – er kennt die Endpunkte nicht selbst. Sind die Endlagen falsch, fährt der Motor gegen den Anschlag, und das kann Motor wie Rollladen beschädigen.

Häufiger Fehler

Den Shelly einbauen und erst danach merken, dass der Motor seine Endlagen nicht sauber kennt. Prüfe vorher am bestehenden Schalter: Fährt der Rollladen komplett hoch und runter und stoppt jeweils sauber von selbst? Wenn nicht, gehört das (je nach Motortyp) von der Fachkraft eingestellt – erst dann kommt der Shelly dran.

Schritt 1: Strom aus, Schalter öffnen

Was tun: Schalte im Sicherungskasten die Sicherung für den Rollladen-Stromkreis aus. Öffne die Schalterabdeckung und zieh den Einsatz vorsichtig heraus, sodass du an die Drähte kommst.

Warum: An 230 Volt ist kein Platz fürs Vertrauen. Erst wenn die Leitung nachweislich spannungsfrei ist, fasst du die Drähte an.

Häufiger Fehler: Nur den Rollladenschalter „aus“ zu stellen reicht nicht – die Phase liegt dann weiter an. Immer die Sicherung raus und mit dem Spannungsprüfer an allen Adern gegenprüfen.

Schritt 2: Shelly 2PM anschließen (Klemmen S1, S2, N, L, O1, O2)

Was tun: Verdrahte den 2PM nach seiner Klemmenbelegung. Er hat sechs relevante Anschlüsse. Hier die offizielle Bedeutung:

Klemme Bedeutung Was dort hin gehört
L Phase / Versorgung Außenleiter (braun/schwarz), 110–240 V~
N Neutralleiter (+ gemeinsamer Motordraht) der blaue Draht; hier kommt auch der Common des Motors an
O1 Ausgang 1 (mit Messung) eine Laufrichtung des Motors (z. B. auf)
O2 Ausgang 2 (mit Messung) die andere Laufrichtung (z. B. ab)
S1 Schaltereingang 1 ein Taster/Schalterkontakt (z. B. hoch)
S2 Schaltereingang 2 der zweite Taster/Schalterkontakt (z. B. runter)

Die Schraubklemmen nehmen Leiterquerschnitte von 0,5–4 mm² auf; zieh sie mit max. 0,4 Nm an. Das Gehäuse misst 37×42×16 mm – prüf vorher, ob es in deine Dose passt.

Beim AC-Rollladenmotor gilt: Der gemeinsame Motordraht (Common) kommt an die N-Klemme, die beiden Richtungsadern an O1 und O2. So teilt sich der Motor den Neutralleiter mit der Versorgung – das ist die offizielle Shelly-Vorgabe für den Netzbetrieb.

Merke – diese Tabelle gilt für 230 V~

Die Klemmenbelegung oben bezieht sich auf die Netzversorgung mit 110–240 V~. Versorgst du den 2PM stattdessen mit 24 V DC, gilt eine andere Belegung: Versorgung über Plus/Minus statt L/N, der Schalter kommt an Negativ (statt an Live), und die Masse-/⊥-Klemmen gehören an Minus. Verdrahte einen 24-V-Motor also niemals nach der 230-V-Tabelle, sondern richte dich nach dem offiziellen Shelly-Anschlussplan für die DC-Variante.

Warum: Im Rollladen-Modus steuern O1 und O2 die beiden Laufrichtungen des Motors, S1 und S2 sind die zwei Taster (hoch/runter). Der Shelly sorgt dabei selbst dafür, dass nie beide Richtungen gleichzeitig Strom bekommen. Welcher Ausgang am Ende „auf“ fährt, ist dabei nicht fest durch die Klemme vorgegeben, sondern ergibt sich aus der Zuordnung im Anschlussplan und der Kalibrierung – und lässt sich in der Software umkehren, falls der Rollladen verkehrt herum läuft (siehe Fall 2).

Häufiger Fehler: Motor-Adern auf die falschen Ausgänge legen – dann fährt der Rollladen verkehrt herum. Das ist ärgerlich, aber halb so wild: Du musst deshalb nicht neu verkabeln, das lässt sich später in der Software umdrehen (siehe „Echte Fälle“, Fall 2).

Verbindlich ist der offizielle Anschlussplan

Deine konkrete Verdrahtung hängt vom Schaltertyp und deiner Installation ab. Maßgeblich ist immer der offizielle Anschlussplan von Shelly – schau vor dem Verdrahten in die Shelly Knowledge Base zum 2PM Gen4 und richte dich nach dem dortigen Diagramm.

Sonderfall: geschalteter Neutralleiter

In manchen Altbauten oder Mietwohnungen ist die Rollladen-Verkabelung so ausgeführt, dass am Schalter nicht die Phase, sondern der Neutralleiter geschaltet wird. Das ist für den Einbau eines 2PM problematisch. Wenn du dir hier nicht hundertprozentig sicher bist, wie deine Leitung aufgebaut ist: Finger weg und die Elektrofachkraft ranlassen. Ich gebe hier bewusst keine Bastellösung – bei geschaltetem N ist das keine Frage von Mut, sondern von Sicherheit.

Hinweis: RC-Snubber bei Motoren

Rollladenmotoren sind eine induktive Last – beim Abschalten entstehen kurze Spannungsspitzen. Shelly nennt dafür offiziell einen RC-Snubber (ein kleines Entstörglied), das parallel zur Last geschaltet wird, um diese Spitzen zu dämpfen: 0,1 µF / 100 Ω / ½ W / 600 V AC. Ob er in deinem Fall nötig ist, hängt vom Motor ab; ist er im offiziellen Anschlussplan für deine Situation vorgesehen, setz ihn – im Zweifel klärt das die Elektrofachkraft mit.

Kleines Relais wird in eine Unterputzdose hinter einem Rollladenschalter eingesetzt
So sitzt das Relais verdrahtet in der Unterputzdose (Illustration).

Schritt 3: Shelly-App, WLAN und Matter-Kopplung

Was tun: Schalte die Sicherung wieder ein, öffne die Shelly-App und füge über „Gerät hinzufügen“ den 2PM hinzu. Am bequemsten läuft die Erstkopplung per Bluetooth: Die App findet das Gerät in der Nähe und führt dich durch die WLAN-Einrichtung.

Warum: Der 2PM Gen4 bringt Matter (ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard, mit dem verschiedene Systeme miteinander reden) schon ab Werk als Standard-Profil mit – zertifiziert, ohne Extra-Setup. Er funkt über Wi-Fi 6 (nur im 2,4-GHz-Band), Bluetooth, Zigbee und eben Matter.

Häufiger Fehler: Einen zweiten 2PM direkt über den Matter-Code einbinden wollen – und es klappt nicht. Der zuverlässige Weg (belegt): erst über die Shelly-App einrichten, Firmware aktualisieren und ins WLAN bringen – danach funktioniert die Matter-Einbindung. Und: 2,4 GHz nutzen, nicht 5 GHz.

Schritt 4: Cover-Modus wählen und Rollladen kalibrieren

Jetzt kommt der Teil, der den 2PM vom simplen Schalter unterscheidet. Damit er den Rollladen als Rollladen behandelt (mit Prozent-Positionen statt nur „an/aus“), musst du ihn in den Cover-Modus – den Rollladen-/Jalousie-Betriebsmodus – umstellen. Diese Einstellung findest du in den Geräteeinstellungen in der App bzw. im Web-Interface des Shelly.

Für den Taster/Schalter bietet der 2PM im Rollladen-Betrieb drei Eingangs-Modi – wähl den, der zu deiner Verdrahtung passt:

  • Dual-Input: zwei Taster – einer fährt hoch, einer runter (der klassische Rollladenschalter mit zwei Wippen).
  • Single-Input: ein einzelner Taster steuert alles im Wechsel (hoch – stopp – runter – stopp).
  • Detached (entkoppelt): die Schaltereingänge sind vom Motor abgekoppelt. Der angeschlossene Taster fährt den Rollladen dann nicht direkt – gesteuert wird ausschließlich über App, Web-Interface oder Automatisierung (praktisch, wenn der Wandtaster eine Szene auslösen statt den Motor direkt schalten soll).

Häufiger Fehler: „Mein Schalter tut plötzlich nichts“

Steht der 2PM (versehentlich) im Detached-Modus, bewegt der Wandschalter den Rollladen nicht – das Gerät reagiert dann nur auf App, Web oder Automatisierung. Viele halten den Taster deshalb für defekt. Prüf in dem Fall zuerst den Eingangs-Modus und stell ihn auf Single- oder Dual-Input, wenn der Taster direkt fahren soll.

Danach folgt die Kalibrierung: Der Shelly fährt den Rollladen dabei einmal komplett hoch und komplett runter und misst, wie lange jede Richtung dauert. Aus dieser Fahrzeit leitet er später die Prozent-Positionen ab. Starte die Kalibrierfahrt und lass den Rollladen ungestört durchlaufen.

Wichtig zu verstehen: 50 % Fahrweg ≠ 50 % Verdunkelung

Der 2PM misst nur die Fahrzeit, nicht die tatsächliche Höhe des Behangs. Weil sich beim Aufwickeln der Wickeldurchmesser der Welle ändert (oben liegt mehr Panzer auf der Welle als unten), läuft der Rollladen nicht gleichmäßig. Ergebnis: Beim Herunterfahren startet er mit dem dicken Wickel oben schnell und wird nach unten langsamer. Bei 50 % Fahrweg – dem Wert, den die App anzeigt – ist das Fenster darum in Wirklichkeit oft schon zu rund zwei Dritteln (≈ 65 %) verdunkelt. Wie viel genau, hängt vom Rollladen ab (kurzer Panzer mit dicker Welle → mehr, langer Panzer → weniger). Wenn du also 50 % einstellst und das Fenster schon zu rund zwei Dritteln abgedunkelt ist, ist das kein Fehler – nur der Unterschied zwischen Zeit und echter Höhe.

Erwartung: 50 % dunkelErwartung: Bei 50 Prozent App-Anzeige denkt man, das Fenster sei halb verdunkelt; der Rollladen ist zur Haelfte heruntergefahren.Erwartung: 50 % dunkel 50 %verdunkeltApp zeigt: 50 %
Real: ≈ 65 % dunkelWirklichkeit: Bei 50 Prozent App-Anzeige ist das Fenster schon zu rund zwei Dritteln (etwa 65 Prozent) verdunkelt, je nach Rollladen unterschiedlich.Real: ≈ 65 % dunkel ≈ 65 %verdunkeltApp zeigt: 50 %
Die App misst die Fahrzeit: 50 % Fahrweg verdunkeln ein Fenster oft schon zu rund zwei Dritteln – je nach Rollladen.

Echte Fälle aus der Praxis (und wie du sie löst)

Das sind die Situationen, die in Foren und Community-Berichten immer wieder vorkommen. Ich nenne jeweils das Problem und die belegte Lösung – und da, wo es hakt, sage ich das ehrlich, statt eine Wunderlösung zu erfinden.

Fall 1: „50 % ist bei mir nicht halb geschlossen“

Problem: Du stellst den Rollladen auf 50 %, aber das Fenster ist schon deutlich mehr als halb abgedunkelt.
Ursache: die zeitbasierte Messung von oben – Fahrweg ist nicht gleich Höhe.
Lösung: Fahr den Rollladen von Hand auf die Höhe, die du wirklich willst (z. B. „halb dunkel“). Lies den Prozentwert ab, den der Shelly dafür im Web-Interface anzeigt, und hinterlege genau diesen Wert in deiner Szene oder Automatisierung – nicht die glatten 50 %. Nach jedem Firmware-Update die Kalibrierung erneut durchführen, weil sich die Werte danach verschieben können.

Fall 2: „Mein Rollladen fährt verkehrt herum“

Problem: Hoch und runter sind vertauscht, oder der Schalter reagiert falsch herum – weil Motor-Adern oder Schalter andersherum angeklemmt sind.
Lösung: Du musst nicht neu verkabeln. Im Web-Interface des Geräts lässt sich beides in der Software umkehren: sowohl der Zustand „Geöffnet/Geschlossen“ als auch die Richtung des Schalter-Inputs. Du suchst in den Rollladen-/Cover-Einstellungen nach den Optionen zum Umkehren (die genaue Bezeichnung kann sich je nach Firmware unterscheiden) und drehst den betreffenden Wert um. Danach passt die Richtung.

Fall 3: „Die Zigbee-Kopplung in Home Assistant scheitert“

Was du wissen musst: Zigbee ist ein anderes Funknetz als WLAN und braucht einen eigenen Hub bzw. Koordinator (die Zentrale des Zigbee-Netzes, z. B. ein USB-Stick an Home Assistant). Am Gerät schließen sich außerdem Matter und Zigbee gegenseitig aus – du entscheidest dich per Profil-Umschaltung für eins (dazu unten mehr).
Ehrlich gesagt: Der Umstieg von WLAN auf Zigbee und die Aufnahme in Home Assistant (über die Zigbee-Integration ZHA) lief zum Zeitpunkt der Berichte bei einigen Nutzern nicht auf Anhieb. Das ist ein bekanntes Thema, keine gelöste Kleinigkeit – ich verkaufe dir hier bewusst keine Patentlösung. Wenn dir WLAN/Matter reichen, ist das der stressfreiere Weg; Zigbee würde ich nur angehen, wenn du ohnehin ein laufendes, stabiles Zigbee-Netz hast.

Schritt 5: In Home Assistant, Matter oder Zigbee einbinden

Für viele reicht die Shelly-App. Willst du den 2PM in eine Zentrale holen, hast du die Wahl:

  • Matter: der einfachste Weg in Apple Home, Google Home oder Alexa – ab Werk aktiv. Wie Matter funktioniert, erklärt Was ist Matter? Einfach erklärt.
  • Home Assistant: meine bevorzugte Zentrale; über die Shelly-Integration taucht der 2PM samt Cover-Steuerung auf. Einstieg: Home Assistant Einsteiger-Guide.
  • Zigbee: nur sinnvoll mit vorhandenem Zigbee-Netz. Umschalten am Gerät: die Taste drücken (öffnet ein 3-Minuten-Fenster zur Aufnahme; drücken startet das Fenster erneut). Beachte: Zigbee und Bluetooth/BTHome laufen nicht gleichzeitig (der Speicher reicht nicht für beides). Grundlagen: Zigbee einrichten.

Ehrliche Einschränkung: Über Matter werden je nach Zentrale und Firmware-Stand nicht immer alle Detailwerte sauber durchgereicht – die Leistungsmessung pro Kanal ist über Matter teils noch lückenhaft. Wenn du die Verbrauchsdaten voll nutzen willst, ist aktuell Home Assistant (oder die Shelly-App direkt) der verlässlichere Weg. Prüf im Zweifel den Stand zum Zeitpunkt deiner Einrichtung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich mit dem Shelly 2PM mein Garagentor steuern?
Nein. Der 2PM hat keine potentialfreien Kontakte, die viele Torantriebe brauchen. Dafür nimmst du einen Shelly 1 Gen4.

Brauche ich zwingend einen Neutralleiter?
Ja, der blaue N-Draht muss in der Dose vorhanden sein. Ist am Schalter der Neutralleiter geschaltet statt der Phase, gehört das in die Hände einer Elektrofachkraft.

Brauche ich einen oder zwei Taster?
Für den Rollladen nutzt der 2PM zwei Schaltereingänge (S1/S2) – typischerweise für hoch und runter. Ein passender Rollladenschalter/-taster liefert beide Kontakte.

Warum ist 50 % nicht halb geschlossen?
Weil der 2PM die Fahrzeit misst, nicht die Höhe. Durch den wechselnden Wickeldurchmesser sind bei 50 % Fahrweg (App-Anzeige) in Wirklichkeit oft schon rund zwei Drittel (≈ 65 %) des Fensters verdunkelt – je nach Rollladen unterschiedlich. Lösung: gewünschte Position manuell anfahren und den angezeigten Prozentwert in der Szene hinterlegen.

Kann ich Zigbee und Matter gleichzeitig nutzen?
Nein. Am Gerät schließen sich die Profile aus – du wählst entweder Matter (Standard) oder Zigbee (per 5×-Tastendruck). Auch Zigbee und Bluetooth laufen nicht parallel.

Wie viel Last verträgt der 2PM?
10 A pro Kanal, 16 A in Summe, kurzzeitig bis 18 A. Für einen Rollladenmotor mehr als genug.

Ist die Verbrauchsmessung am Rollladen überhaupt sinnvoll?
Der Motor läuft nur beim Fahren, der Dauerverbrauch ist gering. Die Messung ist eher nützlich, um zu sehen, ob der Motor schwergängig wird (auffällig steigende Leistung) – für „Stromfresser finden“ ist sie hier weniger relevant als bei Dauerverbrauchern.

Gen3 oder Gen4 – was ist der Unterschied?
Der Gen4 hat einen schnelleren Prozessor und funkt zusätzlich über Zigbee und Matter (ab Werk zertifiziert). Bei den Klemmen und der 10-A-Kanal-Leistung sind sie sich sehr ähnlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Endlagen des Motors zuerst korrekt einstellen – vor dem Shelly-Anschluss.
  • Klemmen: L/N = Versorgung, O1/O2 = Motorrichtungen, S1/S2 = Taster.
  • Nicht fürs Garagentor (keine potentialfreien Kontakte) – dafür Shelly 1 Gen4.
  • Cover-Modus + Kalibrierfahrt; Fahrweg ≠ Verdunkelung: 50 % Fahrweg ≈ zwei Drittel (~65 %) verdunkelt – je nach Rollladen.
  • Falsche Richtung? In der Software umkehren, nicht neu verkabeln.
  • Matter ab Werk; Zigbee per 5×-Taste, nicht gleichzeitig mit Bluetooth.

So geht’s weiter

Wenn dein Rollladen sauber fährt und kalibriert ist, ist der nächste Schritt eine Automatisierung – etwa „morgens bei Sonnenaufgang hoch“ oder „im Sommer mittags auf Beschattungsposition“. Und wenn du überlegst, welcher Shelly zu welchem Zweck passt (schalten, messen, rollladen, dimmen), kommt dazu bald eine eigene Kaufberatung „Welcher Shelly für welchen Zweck“.

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🔧 Meine Shelly-Reihe

  1. Shelly 1 Mini einrichten (nur schalten)
  2. Shelly 1PM Mini einrichten (schalten + messen)
  3. Shelly 2PM Gen4 einrichten – Rollladen smart machen (dieser Beitrag)
  4. Shelly Plug S MTR Gen3 einrichten (Matter-Steckdose)
  5. Shelly Dimmer Gen3 einrichten (dimmen mit & ohne N)

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Christian Steiner

Betreibt sein Zuhause auf Home Assistant und teilt hier, was er selbst ausprobiert – verständlich und ohne Fachchinesisch.

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