Das Einbauen eines Shelly geschieht an 230-Volt-Netzspannung. Arbeiten an der festen Elektroinstallation dürfen in Deutschland nur von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. Schalte vor jedem Handgriff die passende Sicherung im Verteiler ab und prüfe mit einem Spannungsprüfer, dass die Leitung wirklich spannungsfrei ist. Diese Anleitung erklärt, wie der Einbau abläuft – sie ersetzt keine Fachkraft und ich übernehme keine Haftung für Schäden.
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Du willst endlich schwarz auf weiß sehen, wie viel Strom ein bestimmtes Gerät bei dir frisst – der alte Kühlschrank, die Umwälzpumpe, das Aquarium? Genau dafür ist der Shelly 1PM Mini gemacht, und in dieser Anleitung zeige ich dir, wie du den Shelly 1PM Mini einrichten und ans Messen bringst. Das „PM“ im Namen steht für Power Metering, also Leistungsmessung – und das ist der ganze Unterschied zum normalen 1 Mini, der nur schaltet.
Ich habe schon eine Handvoll Shellys in meiner Wohnung am Bodensee verbaut, unter anderem einen Shelly PM Mini der dritten Generation und ein paar Shelly Plugs. Den Ablauf, den ich dir hier zeige, kannst du in unter 20 Minuten durchziehen – der fummeligste Teil ist die kleine Unterputzdose, nicht die Technik.
🔧 Meine Shelly-Reihe
- Shelly 1 Mini einrichten (nur schalten)
- Shelly 1PM Mini einrichten – schalten + messen (dieser Beitrag)
- Shelly 2PM Gen4 einrichten (Rollladen)
- Shelly Plug S MTR Gen3 einrichten (Matter-Steckdose)
- Shelly Dimmer Gen3 einrichten (dimmen mit & ohne N)

Shelly 1PM Mini einrichten: das brauchst du dafür
Viel ist es nicht. Das Meiste hast du wahrscheinlich schon in der Schublade:
- Einen Shelly 1PM Mini (Gen. 4) – das Gerät, um das es hier geht
- Einen kleinen Schlitz-Schraubendreher für die Schraubklemmen
- Einen Spannungsprüfer (zweipolig), um Spannungsfreiheit zu prüfen
- Einen vorhandenen Neutralleiter (N) in der Dose – dazu gleich mehr, das ist der häufigste Knackpunkt
- Die kostenlose Shelly-App (Shelly Smart Control) auf dem Smartphone
- Ein 2,4-GHz-WLAN in Reichweite
Was ist der Shelly 1PM Mini Gen4 – und was kann er mehr als der 1 Mini?
Der Shelly 1PM Mini ist ein winziges Funk-Relais (ein fernschaltbarer Schalter, etwa so groß wie zwei übereinandergelegte Zwei-Euro-Stücke), das hinter einen bestehenden Schalter oder in eine Unterputzdose passt. Er schaltet einen Verbraucher – Licht, Pumpe, Lüfter – und lässt sich per App, Sprachassistent oder Automatisierung steuern.
Der entscheidende Punkt: Anders als der einfache Shelly 1 Mini, der nur an und aus macht, misst der 1PM zusätzlich, wie viel Strom durch ihn fließt. Wenn du also nicht nur schalten, sondern auch wissen willst, was ein Gerät verbraucht, ist der 1PM die richtige Wahl.
Die vierte Generation (Gen4) hat gegenüber den Vorgängern einen stärkeren Prozessor bekommen und funkt jetzt wahlweise über WLAN, Bluetooth, Zigbee oder Matter. Matter (ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard) und Zigbee (ein stromsparendes Funknetz für Smart-Home-Geräte) waren beim Gen3 noch nicht an Bord – das ist der zweite große Sprung dieser Generation.
Passt der 1PM Mini zu deiner Last?
Bevor du loslegst, ein kurzer, wichtiger Check. Der 1PM Mini ist ein Mini – und die Baugröße hat eine Grenze:
Rechne im Zweifel kurz nach: Watt geteilt durch 230 Volt ergibt grob die Ampere. 8 A entsprechen also etwa 1.800 Watt Dauerlast. Bleib mit Reserve darunter.
Häufiger Fehler: der fehlende Neutralleiter
Der 1PM Mini braucht zum Messen einen Neutralleiter (N) in der Dose – den blauen Draht. In vielen älteren Schalterdosen liegt aber nur die Phase, kein N. Wenn du die Dose öffnest und nur zwei Drähte findest, von denen keiner blau ist, fehlt dir vermutlich der Neutralleiter. Dann kannst du den 1PM Mini an dieser Stelle nicht einsetzen. Das ist keine Panne, sondern Physik – der Klassiker, an dem viele hängenbleiben. Eine Elektrofachkraft kann den N nachziehen, oder du wählst eine andere Einbaustelle, an der er vorhanden ist.
Schritt 1: Sicherung ausschalten und Schalter öffnen
Was tun: Schalte im Sicherungskasten die Sicherung für den betreffenden Stromkreis aus. Öffne dann die Schalter- oder Steckdosenabdeckung und ziehe den Einsatz vorsichtig heraus, sodass du an die Drähte kommst.
Warum: An 230 Volt ist kein Platz für „wird schon gutgehen“. Erst wenn die Leitung nachweislich spannungsfrei ist, fasst du die Drähte an.
Häufiger Fehler: Nur den Lichtschalter auszuschalten reicht nicht – die Phase liegt dann trotzdem an. Immer die Sicherung raus und mit dem Spannungsprüfer gegenprüfen, an allen Adern.
Schritt 2: Shelly 1PM Mini anschließen (Klemmen L, N, O, SW)
Was tun: Verdrahte den Shelly nach seiner Klemmenbelegung. Der 1PM Mini Gen4 hat vier Anschlüsse. Hier die Bedeutung im Überblick:
| Klemme | Bedeutung | Was dort hin gehört |
|---|---|---|
| L | Phase / Stromversorgung | Außenleiter (meist braun/schwarz), 110–240 V~ |
| N | Neutralleiter | der blaue Draht – ohne ihn läuft der 1PM nicht |
| O | Ausgang (Output, geschaltetes Relais) | geht zum Verbraucher (z. B. zur Lampe) |
| SW | Schaltereingang (Switch) | der vorhandene Wandschalter oder Taster |
Die Schraubklemmen nehmen Leiterquerschnitte von 0,5–4 mm² auf; zieh sie mit Gefühl an (Hersteller nennt max. 0,4 Nm).
Warum: Der Shelly hängt zwischen Stromversorgung (L, N) und Verbraucher (O). Der Schalter an SW sagt dem Shelly nur „umschalten“ – er trennt nicht mehr direkt den Strom, das macht jetzt das Relais im Shelly.
Häufiger Fehler: O und SW verwechseln. An O kommt die Last, an SW der Schalter – vertauscht funktioniert nichts oder der Shelly schaltet wild. Und: Miss dich nicht wund, wenn du am offenen SW-Eingang eine Spannung misst. Dass dort ohne angeschlossenen Schalter eine Restspannung messbar ist, ist bei den Gen4-Geräten normal und kein Defekt – das sorgt in den Foren regelmäßig für Verwirrung.
Verbindlich ist der offizielle Anschlussplan
Deine konkrete Verdrahtung hängt davon ab, ob du eine klassische Schalter- oder eine Wechselschaltung hast. Maßgeblich ist immer der offizielle Anschlussplan von Shelly – schau vor dem Verdrahten in die Shelly Knowledge Base zum 1PM Mini Gen4 und richte dich nach dem dortigen Diagramm.
Schritt 3: Shelly-App einrichten, koppeln und ins WLAN bringen
Was tun: Schalte die Sicherung wieder ein. Öffne die Shelly-App, lege (einmalig) ein Konto an und füge über „Gerät hinzufügen“ den 1PM Mini hinzu. Die Gen4-Geräte koppelst du am bequemsten per Bluetooth: Halte das Gerät in der Nähe, die App findet es und führt dich durch die WLAN-Einrichtung.
Warum: Über Bluetooth muss dein Handy sich nicht erst umständlich in ein Shelly-eigenes WLAN einwählen – die App übergibt deine WLAN-Zugangsdaten direkt ans Gerät.
Häufiger Fehler: Der 1PM Mini funkt im 2,4-GHz-Band, nicht im 5-GHz-Band. Wenn dein Router beide Netze unter einem Namen zusammenfasst und die Kopplung scheitert, richte fürs Einrichten testweise ein reines 2,4-GHz-Netz ein oder gehe näher an den Router.
Schritt 4: Firmware aktualisieren
Was tun: Direkt nach der Kopplung bietet die App meist ein Firmware-Update an. Führe es aus, bevor du weitermachst.
Warum: Neue Firmware bringt Fehlerkorrekturen und oft erst die volle Matter-/Zigbee-Unterstützung. Bei mir läuft ein Shelly stabiler, wenn er von Anfang an auf dem aktuellen Stand ist.
Häufiger Fehler: Das Update mittendrin abbrechen oder den Shelly vom Strom nehmen. Lass ihn die zwei Minuten in Ruhe fertig aktualisieren.
Energie messen: was dir der 1PM Mini wirklich bringt
Jetzt kommt der Teil, für den du dich überhaupt für den 1PM entschieden hast. Sobald das Gerät läuft, zeigt dir die Shelly-App auf der Geräte-Kachel den Stromverbrauch in Echtzeit an.
Konkret siehst du dort:
- die aktuelle Leistung in Watt – also was der angeschlossene Verbraucher gerade in diesem Moment zieht;
- den Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh), aufsummiert über die Zeit – die Einheit, die auch auf deiner Stromrechnung steht;
- einen Verlauf über Stunden und Tage, sodass du Muster erkennst (läuft nachts etwas, das tagsüber ruhig ist?).
Der Hersteller gibt die Messgenauigkeit mit rund einem Prozent an, und die Verbrauchsdaten lassen sich kostenlos in der Shelly-Cloud speichern und später auswerten. Du musst dir die Zahlen also nicht abschreiben.
So findest du deine Standby-Fresser
Das ist für mich der praktischste Nutzen. Häng den 1PM Mini vor ein Gerät, von dem du den Verbrauch nicht kennst, und beobachte die Watt-Anzeige über ein paar Tage. Interessant ist vor allem der Standby-Wert – also was das Gerät zieht, obwohl es „aus“ ist. Ein alter Fernseher, eine Soundanlage oder ein Netzteil, das rund um die Uhr ein paar Watt zieht, summiert sich übers Jahr überraschend stark. Wenn du so einen heimlichen Dauerverbraucher findest, kannst du ihn gezielt über den Shelly abschalten lassen – zum Beispiel nachts per Zeitplan.
Der Reiz: Du rätst nicht mehr, welches Gerät „bestimmt viel“ braucht, sondern siehst es schwarz auf weiß. Genau das war bei mir der Auslöser, überhaupt mit Messsteckdosen und Shellys anzufangen.
Häufiger Fehler: falsche Uhrzeit, falsche Auswertung
Wenn deine Tages- und Nachtwerte nicht zusammenpassen, liegt es fast immer an der Zeitzone. Die Zeitpläne und der Verbrauchsverlauf hängen an der Geräte-Uhr – stell in den Geräteeinstellungen die richtige Zeitzone ein, sonst verrutschen dir die Kurven um Stunden.
Schritt 5: In Home Assistant, Matter oder Zigbee einbinden
Für viele reicht die Shelly-App völlig. Wenn du deine Geräte aber unter einem Dach zusammenführen willst, spielt die Gen4 ihre Stärke aus – du hast die Wahl:
- Matter: Der einfachste Weg, den 1PM Mini in Apple Home, Google Home oder Alexa zu bekommen. Wie Matter funktioniert, erklärt unser Beitrag Was ist Matter? Einfach erklärt.
- Zigbee: Sinnvoll, wenn du schon ein Zigbee-Netz betreibst und den Shelly ohne WLAN-Last einbinden willst. Den Einstieg zeigt Zigbee einrichten: Schritt-für-Schritt.
- Home Assistant: Meine bevorzugte Zentrale. Über die Shelly-Integration taucht der 1PM Mini samt Verbrauchssensor automatisch auf. Wenn du HA noch nicht nutzt, hilft der Home Assistant Einsteiger-Guide beim Start.
Mein Tipp: Entscheide dich pro Gerät für einen Weg. Den Shelly gleichzeitig über WLAN in Home Assistant und über Matter in Apple Home zu betreiben, sorgt eher für doppelte Einträge als für Komfort.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für den Shelly 1PM Mini zwingend einen Neutralleiter?
Ja. Zum Messen und Versorgen braucht der 1PM Mini den blauen N-Draht in der Dose. Fehlt er, kannst du an dieser Stelle keinen 1PM Mini einsetzen.
Was ist der Unterschied zwischen Shelly 1 Mini und 1PM Mini?
Der 1 Mini schaltet nur. Der 1PM Mini schaltet und misst den Stromverbrauch (Watt und kWh). Sonst sind sich beide sehr ähnlich.
Wie viel Last verträgt der 1PM Mini Gen4?
Laut Hersteller maximal 8 A bei 240 V~, also grob bis rund 1.800 Watt. Für stärkere Verbraucher gibt es den größeren Shelly 1PM Gen4 mit 16 A.
Am SW-Eingang liegt Spannung an, obwohl nichts angeschlossen ist – ist der Shelly kaputt?
Nein. Dass am offenen Schaltereingang eine Spannung messbar ist, ist bei den Gen4-Geräten normal und kein Fehler.
Kann ich den 1PM Mini mit Apple Home oder Google Home nutzen?
Ja, über Matter. Die Gen4-Version ist Matter-zertifiziert und lässt sich so in die gängigen Ökosysteme einbinden.
Verliert der Shelly seine Verbrauchsdaten bei einem Stromausfall?
Die laufende Watt-Anzeige startet neu, aber die in der Cloud gespeicherten Verläufe bleiben erhalten, sofern du die Cloud aktiviert hast.
Funktioniert der Shelly auch ohne Cloud und ohne Internet?
Ja. Schalten und lokales Messen laufen im eigenen WLAN, in Home Assistant sogar komplett lokal. Für den Fernzugriff und die langfristige Cloud-Statistik brauchst du Internet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der 1PM Mini schaltet und misst – das „PM“ ist der Unterschied zum 1 Mini.
- Neutralleiter (N) ist Pflicht; ohne blauen Draht geht es nicht.
- Grenze beachten: max. 8 A / ca. 1.800 W.
- Klemmen nicht vertauschen: L/N = Versorgung, O = Last, SW = Schalter.
- Gen4 kann WLAN, Bluetooth, Zigbee und Matter – pro Gerät einen Weg wählen.
- Größter Nutzen: Standby-Fresser sichtbar machen und gezielt abschalten.
So geht’s weiter
Wenn dein 1PM Mini misst, ist der nächste logische Schritt eine Automatisierung – etwa „schalte den Verbraucher nachts ab“ oder „warne mich, wenn die Leistung über einen Schwellwert steigt“. Und wenn du noch überlegst, welcher Shelly überhaupt zu deinem Vorhaben passt (schalten, messen, rollladen, dimmen), kommt dazu bald eine eigene Kaufberatung „Welcher Shelly für welchen Zweck“.
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🔧 Meine Shelly-Reihe
- Shelly 1 Mini einrichten (nur schalten)
- Shelly 1PM Mini einrichten – schalten + messen (dieser Beitrag)
- Shelly 2PM Gen4 einrichten (Rollladen)
- Shelly Plug S MTR Gen3 einrichten (Matter-Steckdose)
- Shelly Dimmer Gen3 einrichten (dimmen mit & ohne N)
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